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ISO 14721: offen und herstellerunabhängig Das Referenzmodell «Open Archival Information System» (OAIS-RM) wurde seit 1998 von der NASA gemeinsam mit rund 50 Organisationen aus der Raum- und Luftfahrtindustrie sowie 150 National- archiven und -bibliotheken entwickelt und 2003 als internationaler Standard ISO 14721 verabschiedet. Es stellt heute das Referenzmodell im Bereich der digitalen Archivierung dar, d.h. es gibt keine anderen Modelle mit einem ähnlichen Anspruch und einer vergleichbaren weltweiten Akzeptanz. Das OAIS-RM stellt ein rein funktionales und generisches Modell dar, macht also keine Vorgaben zur technischen Implementierung und bezieht sich auf kein spezifisches Anwendungsgebiet. Es versteht sich als gültig für jede Organisationen, die langfristig Daten aufbewahren und die im Standard beschriebenen Verantwortlichkeiten für die Langzeitarchivierung von Informationsobjekten für eine bestimmte Nutzergruppe übernehmen will oder muss. Es besteht aus drei Teilen:
OAIS-konforme Lösungen profitieren von der langjährigen Praxiserfahrung der Autoren dieses Referenzmodells. Der Standard bringt insbesondere folgende Vorteile:
Auf der Basis des OAIS-RM sind inzwischen auch Kriterienkataloge entstanden, die der Überprüfung der Konformität einer Archivlösung mit ISO 14721 und als Grundlage einer Zertifizierung dienen sollen: Der «Kriterienkatalog vertrauenswürdige digitale Langzeitarchive» des «Kompetenznetzwerks Langzeitarchivierung und Langzeitverfügbarkeit digitaler Ressourcen für Deutschland» (NESTOR) und die «Criteria and Checklist: Trustworthy Repositories Audit & Certification» des US-Nationalarchivs, des Center for Research Libraries (CRL) und des Online Computer Library Center (OCLC). Diese Bewertungskriterien wie auch ISO 14721 selber zielen nicht auf die Beurteilung eines technischen Produkts, sondern eines digitalen Archivs als Gesamtsystem aus Strategien, Methoden, Organisation, Funktionen, Prozessen, Fähigkeiten, Management und technischer Infrastruktur. Als Ergänzung zum OAIS-RM wurde 2006 der internationale Standard ISO 20652 (Producer-Archive Interface — Methodology Abstract Standard) verabschiedet, der das Vorgehen bei der Spezifikation von Schnittstellen zwischen Produzentensystemen und OAIS-konformen digitalen Archivsystemen standardisiert. Im Sinne von ISO 20652 haben 2008 die Deutsche Nationalbibliothek, das Deutsche Bundesarchiv und weitere Archive den «Leitfaden für die Informationsübernahme in das digitale Langzeitarchiv» erarbeitet, der 2009 als Deutsche Industrienorm (DIN) verabschiedet werden soll. Auch konkrete neue Technologien sind auf Basis des OAIS-RM entstanden, so z.B. der «Metadata Encoding & Transmission Standard» (METS) und der «Data Dictionary for Preservation Metadata» (PREMIS) sowie die «XML Formatted Data Unit» (XFDU).
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